Schornsheim – Zuhause der „Geschorenen“
„Scoronishaim“ oder „Schornesheym“ wie Schornsheim bis in 13. Jahrhundert noch genannt wurde, war der Wohnort des geistlichen Standes. Denn „Scoran“ heißt, der „Geschorene“ und fasste damit die Priester und Mönche mit der üblichen Tonsur zusammen. Es ist daher anzunehmen, dass es im Ort einst ein Kloster gab. Dazu passt auch die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes in der Schenkungsurkunde Karl des Großen an das Kloster Hersfeld im Jahre 782 n. Chr. Darin stellte er seinen Schornsheimer Fiskus (Besitz) samt Kirche mit Grund und Boden der Heiligen Lioba als Altersruhesitz zur Verfügung.

Lioba und die Geschichte des Schneider- und Bauerndorfes
Zwar wohnte Lioba nur wenige Monate bis zu ihrem Tod in Schornsheim, bis heute ist sie hier jedoch sehr präsent. So steht sie als Benediktiner-Äbtissin aus Bronze mitten auf dem Dorfplatz und wird von einem als liegendem Krummstab geformten Wasserlauf, der gleichfalls den Lauf der Geschichte symbolisiert, umspült. Nähmaschine, Ährengarbe und Traubenbutte verweisen auf die geschichtliche Tradition des „Schneider- und Bauerndorfes“. In der Blütezeit von 1920 bis 1965 wurde die Konfektionsschneiderei durch über 100 Familien betrieben. Zeitweise arbeiteten, einschließlich Gesellen, bis zu 140 Personen als Schneider für Bekleidungsfirmen in Mainz, Worms, Frankfurt und Darmstadt. Während die landwirtschaftlichen Betriebe im unteren Ortsteil angesiedelt waren wurde die Schneiderei überwiegend in der „Lehmhohlstraße“ der heutigen Karl-Marx-Straße betrieben. Mit der Industrialisierung wechselten die Schneider zu Opel oder ins Panzerwerk und arbeiteten ihrem Beruf überwiegend in der Fertigung von Autositzen.

Viele Stufen zum Kirchen-Schatz
Wer Schornsheim besucht, sollte einen Blick in die beiden Kirchen werfen. Vom Ort aus führt eine große Treppenanlage aus dem Jahr 1741 hinauf zur kleinen katholischen Kirche St. Wigbert. Die heutige Kirche ist nur ein Torso der früheren Simultankirche, deren Langhaus 1834–1847 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste. Im Inneren des Gotteshauses beeindrucken umfassende Wand- und Deckenmalereien die Besucher. Die Einmaligkeit der Konsolfiguren sowie die figürliche Darstellung von Engeln und Aposteln machen die Kirche zu einem bedeutenden Baudenkmal des Mittelrheingebietes. Im Jahr 1846 wurde das Simultaneum aufgelöst und die Kirche samt Grund und Boden für 1600 Gulden der katholischen Gemeinde überlassen. Die evangelische Gemeinde baute 1851-1853 direkt unterhalb der Treppenanlage eine eigene Kirche. Sie wurde nach Plänen des Kreisbaumeisters Rhumbler aus Alzey gebaut und erhielt bei der Weihe 1853 zu Ehren des Großherzogs Ludwig III. den Namen „Ludwigkirche“. Sehenswert sind die Buntglasfenster des Odenwälder Künstlers Heinz Hindorf, der auch die Fenster im Westchor der Katharinenkirche in Oppenheim gestaltet hat. Gleiches gilt auch für die Antipendien in den liturgischen Farben, entworfen von der Rheingauer Künstlerin Margarethe Keith (Text: Sarah Dreis /Philipp Blödel).

 

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